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Zwei Adresswelten, ein Internetanschluss

IPv4- und IPv6-Anbieter prüfen: Was der aktuelle Test wirklich zeigt

Viele Anschlüsse verwenden heute IPv4 und IPv6 parallel. Für den Nutzer fühlt sich das nach derselben Internetverbindung an. Technisch können beide Wege aber unterschiedlich aufgebaut sein – und genau deshalb lohnt ein genauer Blick auf die verwendete Adressfamilie.

Stand: August 2026 · mit Hinweisen zu Dual Stack, DS-Lite und VPN

IPv4 und IPv6 kurz erklärt

IPv4 verwendet 32-Bit lange Adressen. Der Vorrat ist daher sehr begrenzt (4.294.967.296 Geräte). Als das Internet entstand hatten schlichtweg niemand auf dem Schirm, dass es mal derart viele Endgeräte geben wird. Daher müssen Internetanbieter heute IPV4-Adressen teilen, umsetzen oder hinter Carrier-Grade-NAT bündeln. IPv6 verwendet dagegen satte 128-Bit und bietet einen erheblich größeren Adressraum (340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456 mögliche Adressen). Geräte und Anschlüsse können dank IPV6 wieder eigene globale Adressen erhalten, ohne dass zwangsläufig eine einzige IPv4-Adresse für jeden Kunden benötigt wird.

Im Alltag sehen Sie davon meist nichts. Der Browser fragt eine Domain ab, erhält passende Adressen und wählt einen funktionierenden Weg. Je nach Anschluss kann das sein:

  • nur IPv4,
  • nur IPv6 mit einer Übergangslösung für alte IPv4-Ziele,
  • Dual Stack mit beiden Protokollen,
  • DS-Lite mit nativem IPv6 und geteiltem IPv4-Ausgang.

Die RIPE-Datenbank führt sowohl IPv4- und IPv6-Ressourcen als auch autonome Systeme. Für die Anbieterzuordnung ist also nicht die Schreibweise der Adresse entscheidend, sondern das Netz, zu dem sie gehört.

Illustration eines Anschlusses mit Router, Nutzerin und zwei getrennten Datenströmen für IPv4 und IPv6
IPv4 und IPv6 können parallel am selben Anschluss aktiv sein. Entscheidend ist, über welche Adressfamilie dieser konkrete Seitenaufruf tatsächlich bei unserem Server ankommt.

Technischer Hintergrund: RIPE Database – Internetressourcen und ASN

Was dieser IPv4- und IPv6-Anbieter Test genau zeigt

Oben geben wir die Adressfamilie aus, über die genau dieser Seitenaufruf auf unserem Server angekommen ist. Dazu lässt sich das technische Netz und die ASN ablesen. Hier handelt es sich um eine reale Messung der aktuellen Verbindung – aber keinen simultanen Test beider Protokolle.

Wichtige Einschränkung:

Ein einzelner Hostname kann den Browser nicht zuverlässig dazu zwingen, einmal ausschließlich IPv4 und einmal ausschließlich IPv6 zu verwenden. Dafür wären getrennte IPv4- und IPv6-Testhostnamen mit entsprechender DNS- und Zertifikatskonfiguration nötig.

Wenn oben IPv6 steht, bedeutet das: Dieser Aufruf funktionierte über IPv6. Es beweist nicht automatisch, dass jeder Dienst im Internet ebenfalls per IPv6 erreicht wird. Umgekehrt schließt ein IPv4-Aufruf nicht aus, dass Ihr Anschluss grundsätzlich IPv6 unterstützt.

Illustration eines Computers mit Router und zwei getrennten Übertragungswegen für IPv4 und IPv6 zu einem Serverstandort
Der Test zeigt immer nur den Weg dieses einen Aufrufs. Welche Route genutzt wird, hängt davon ab, ob der Browser den Zielserver gerade über IPv4 oder IPv6 erreicht hat.

Dual Stack, DS-Lite und CGNAT: die wichtigsten Anschlussarten

Dual Stack
Der Internetanschluss besitzt funktionierende IPv4- und IPv6-Konnektivität. Der Browser kann je nach Ziel und Erreichbarkeit einen der beiden Wege wählen.
DS-Lite
IPv6 läuft nativ. IPv4-Verkehr wird über einen Tunnel zu einem zentralen NAT-System des Anbieters geführt. Mehrere Kunden können sich eine öffentliche IPv4 teilen.
Carrier-Grade-NAT
Der Anbieter setzt private oder gemeinsam genutzte Adressen zentral auf öffentliche IPv4-Adressen um. Eingehende Verbindungen und Portfreigaben sind dadurch oft eingeschränkt.
IPv6-only mit Übergangstechnik
Der Zugang arbeitet hauptsächlich über IPv6; alte IPv4-Dienste werden über Übersetzungs- oder Tunnelverfahren erreichbar gemacht.

Für die Anbietererkennung ist DS-Lite nicht grundsätzlich von Nachteil. Die sichtbare IPv4 kann aber aus einem großen zentralen Pool stammen, während IPv6 näher am konkreten Kundennetz liegt. Deshalb können die Detailinformationen unterschiedlich ausfallen.

Kann IPv4 über einen anderen Anbieter laufen als IPv6?

Ja, technisch ist das möglich! Bei einem normalen Privatanschluss gehören beide Wege meistens zum selben Betreiber. Abweichungen entstehen vor allem durch zusätzliche Technik dazwischen.

01

VPN nur für ein Protokoll

Ein VPN-Tunnel kann IPv4 erfassen, während IPv6 am Tunnel vorbeiläuft – oder umgekehrt. Dann erscheinen zwei unterschiedliche Netze.

02

Split-Tunneling

Bestimmte Programme, Ziele oder Protokolle werden durch das VPN geleitet, andere direkt über den Internet-Provider.

03

Firmen- oder Sicherheitsgateway

Unternehmensgeräte können IPv4 und IPv6 über unterschiedliche zentrale Ausgänge führen.

04

Übergangstechnik

Tunnel- und Übersetzungsverfahren können einen anderen technischen Betreiber oder eine andere Organisation sichtbar machen.

05

Fehlerhafte IPv6-Verbindung

Ist IPv6 nur teilweise funktionsfähig, fällt der Browser möglicherweise auf IPv4 zurück. Das Ergebnis wechselt dann scheinbar ohne Änderung am Vertrag.

06

Mehrere Internetzugänge

Router mit Fallback, Hybrid oder Multi-WAN können Verkehr je nach Protokoll und Auslastung über verschiedene Anschlüsse verteilen.

VPN, IPv6-Leak und Split-Tunnel: was ein Unterschied bedeuten kann

Ein klassischer Warnfall sieht so aus:

Beispiel

IPv4: VPN- oder Rechenzentrumsnetz
IPv6: normaler Festnetzanbieter

Dann könnte IPv6 außerhalb des Tunnels laufen. Das wird oft als IPv6-Leak bezeichnet. Umgekehrt kann ein Unterschied bewusst eingerichtet sein, etwa bei Split-Tunneling oder einer Unternehmenslösung.

Ein zweiter möglicher Fall:

Beispiel

IPv4: normaler Anbieter
IPv6: nicht erreichbar

Das kann ein reiner IPv4-Anschluss sein, eine deaktivierte IPv6-Funktion oder ein Problem in Router, Betriebssystem oder VPN. Aus einem einzelnen Seitenaufruf lässt sich die Ursache nicht vollständig beweisen.

Wichtig:

Ein abweichender Anbieter ist ein Diagnosehinweis, kein direkter Beweis für ein Sicherheitsleck.

So prüfen Sie beide Wege möglichst sauber

  1. VPN, Proxy und Firmenprofile nur dann kurz deaktivieren, wenn das auf Ihrem Gerät erlaubt und sicher ist.
  2. Router und Gerät auf aktiviertes IPv6 prüfen.
  3. Die Startseite mehrmals neu laden und notieren, welche IP-Version tatsächlich verwendet wird.
  4. Router-Oberfläche auf getrennte IPv4- und IPv6-Adressen beziehungsweise DS-Lite-Hinweise prüfen.
  5. Bei dauerhaft abweichenden Netzen den VPN-Anbieter oder Internetprovider kontaktieren.

Für eine wirklich erzwungene Gegenüberstellung braucht es getrennte Testendpunkte. Bis dahin bleibt die auf dieser Seite angezeigte IP-Version eine ehrliche Momentaufnahme des konkreten Aufrufs.

Wann ist das Ergebnis unauffällig – und wann lohnt eine Prüfung?

BeobachtungWahrscheinliche EinordnungNächster Schritt
IPv4 und IPv6 zeigen denselben Betreibernormaler Dual-Stack- oder DS-Lite-Anschlussmeist kein Handlungsbedarf
Nur IPv4 sichtbarIPv4-only, deaktiviertes IPv6 oder RückfallRouter- und Betriebssystemeinstellungen prüfen
Nur IPv6 sichtbarIPv6-basierter Anschluss mit Übergangstechnik möglichIPv4-Erreichbarkeit separat testen
VPN bei IPv4, normaler ISP bei IPv6Split-Tunnel oder möglicher IPv6-LeakVPN-Konfiguration kontrollieren
zwei völlig verschiedene Betreiber ohne VPNHybrid, Firmenrouting oder ungewöhnliche NetzkonfigurationRouter beziehungsweise Administrator prüfen

Fazit: Die verwendete IP-Version ist nur ein erster Hinweis

Der aktuelle Aufruf zeigt, ob er über IPv4 oder IPv6 ankam und welchem technischen Netz diese Adresse zugeordnet ist. Für einen vollständigen Vergleich müssen beide Wege getrennt betrachtet werden. Besonders interessant sind Unterschiede bei VPN, Firmenanschlüssen und Hybridlösungen.

Aktuelle IP und Anbieter prüfen
Fragen & Antworten

Häufige Fragen zu IPv4 und IPv6

Die beiden Protokolle laufen oft unbemerkt nebeneinander. Hier sind die wichtigsten Antworten für die praktische Prüfung.

Zeigt der Test gleichzeitig meinen IPv4- und IPv6-Anbieter?

Nein. Diese Seite zeigt die Adressfamilie, über die genau dieser Aufruf angekommen ist. Ein erzwungener Paralleltest benötigt getrennte, ausschließlich über IPv4 beziehungsweise IPv6 erreichbare Hostnamen und passende DNS- sowie TLS-Konfiguration. Diesen Test bietet die Webseite ipv6x.org.

Kann IPv4 über einen anderen Anbieter laufen wie IPv6?

Ja. Das kann durch VPN, Split-Tunneling, Übergangstechniken, Unternehmensnetze oder unterschiedliche Routingwege entstehen. Bei einem normalen privaten Dual-Stack-Anschluss sollten beide Wege in der Regel zum gleichen technischen Betreiber passen.

Was bedeutet DS-Lite?

Bei DS-Lite erhält der Anschluss typischerweise eine native IPv6-Verbindung. IPv4-Verkehr wird dabei durch einen Tunnel beziehungsweise ein zentrales Carrier-Grade-NAT des Anbieters geleitet. Eine eigene öffentlich erreichbare IPv4-Adresse am Router fehlt dann meist.

Ist eine IPv6-Adresse automatisch unsicherer?

Nein! IPv6 ist nicht grundsätzlich unsicherer oder sicherer wie IPv4. Entscheidend sind Firewall, Routerkonfiguration, Betriebssystem und Anwendungen. Eine öffentliche Adresse bedeutet zudem nicht automatisch, dass das Gerät aus dem Internet erreichbar ist.

Warum zeigt der Browser manchmal nur IPv4, obwohl der Router IPv6 kann?

Der Browser wählt den tatsächlich funktionierenden und für diesen Aufruf bevorzugten Weg. DNS, Betriebssystem, Router, VPN, Firewall oder ein vorübergehendes IPv6-Problem können dazu führen, dass der Aufruf via IPv4 ankommt.

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