IPv4 und IPv6 kurz erklärt
IPv4 verwendet 32-Bit lange Adressen. Der Vorrat ist daher sehr begrenzt (4.294.967.296 Geräte). Als das Internet entstand hatten schlichtweg niemand auf dem Schirm, dass es mal derart viele Endgeräte geben wird. Daher müssen Internetanbieter heute IPV4-Adressen teilen, umsetzen oder hinter Carrier-Grade-NAT bündeln. IPv6 verwendet dagegen satte 128-Bit und bietet einen erheblich größeren Adressraum (340.282.366.920.938.463.463.374.607.431.768.211.456 mögliche Adressen). Geräte und Anschlüsse können dank IPV6 wieder eigene globale Adressen erhalten, ohne dass zwangsläufig eine einzige IPv4-Adresse für jeden Kunden benötigt wird.
Im Alltag sehen Sie davon meist nichts. Der Browser fragt eine Domain ab, erhält passende Adressen und wählt einen funktionierenden Weg. Je nach Anschluss kann das sein:
- nur IPv4,
- nur IPv6 mit einer Übergangslösung für alte IPv4-Ziele,
- Dual Stack mit beiden Protokollen,
- DS-Lite mit nativem IPv6 und geteiltem IPv4-Ausgang.
Die RIPE-Datenbank führt sowohl IPv4- und IPv6-Ressourcen als auch autonome Systeme. Für die Anbieterzuordnung ist also nicht die Schreibweise der Adresse entscheidend, sondern das Netz, zu dem sie gehört.
Technischer Hintergrund: RIPE Database – Internetressourcen und ASN
Was dieser IPv4- und IPv6-Anbieter Test genau zeigt
Oben geben wir die Adressfamilie aus, über die genau dieser Seitenaufruf auf unserem Server angekommen ist. Dazu lässt sich das technische Netz und die ASN ablesen. Hier handelt es sich um eine reale Messung der aktuellen Verbindung – aber keinen simultanen Test beider Protokolle.
Ein einzelner Hostname kann den Browser nicht zuverlässig dazu zwingen, einmal ausschließlich IPv4 und einmal ausschließlich IPv6 zu verwenden. Dafür wären getrennte IPv4- und IPv6-Testhostnamen mit entsprechender DNS- und Zertifikatskonfiguration nötig.
Wenn oben IPv6 steht, bedeutet das: Dieser Aufruf funktionierte über IPv6. Es beweist nicht automatisch, dass jeder Dienst im Internet ebenfalls per IPv6 erreicht wird. Umgekehrt schließt ein IPv4-Aufruf nicht aus, dass Ihr Anschluss grundsätzlich IPv6 unterstützt.
Dual Stack, DS-Lite und CGNAT: die wichtigsten Anschlussarten
- Dual Stack
- Der Internetanschluss besitzt funktionierende IPv4- und IPv6-Konnektivität. Der Browser kann je nach Ziel und Erreichbarkeit einen der beiden Wege wählen.
- DS-Lite
- IPv6 läuft nativ. IPv4-Verkehr wird über einen Tunnel zu einem zentralen NAT-System des Anbieters geführt. Mehrere Kunden können sich eine öffentliche IPv4 teilen.
- Carrier-Grade-NAT
- Der Anbieter setzt private oder gemeinsam genutzte Adressen zentral auf öffentliche IPv4-Adressen um. Eingehende Verbindungen und Portfreigaben sind dadurch oft eingeschränkt.
- IPv6-only mit Übergangstechnik
- Der Zugang arbeitet hauptsächlich über IPv6; alte IPv4-Dienste werden über Übersetzungs- oder Tunnelverfahren erreichbar gemacht.
Für die Anbietererkennung ist DS-Lite nicht grundsätzlich von Nachteil. Die sichtbare IPv4 kann aber aus einem großen zentralen Pool stammen, während IPv6 näher am konkreten Kundennetz liegt. Deshalb können die Detailinformationen unterschiedlich ausfallen.
Kann IPv4 über einen anderen Anbieter laufen als IPv6?
Ja, technisch ist das möglich! Bei einem normalen Privatanschluss gehören beide Wege meistens zum selben Betreiber. Abweichungen entstehen vor allem durch zusätzliche Technik dazwischen.
VPN nur für ein Protokoll
Ein VPN-Tunnel kann IPv4 erfassen, während IPv6 am Tunnel vorbeiläuft – oder umgekehrt. Dann erscheinen zwei unterschiedliche Netze.
Split-Tunneling
Bestimmte Programme, Ziele oder Protokolle werden durch das VPN geleitet, andere direkt über den Internet-Provider.
Firmen- oder Sicherheitsgateway
Unternehmensgeräte können IPv4 und IPv6 über unterschiedliche zentrale Ausgänge führen.
Übergangstechnik
Tunnel- und Übersetzungsverfahren können einen anderen technischen Betreiber oder eine andere Organisation sichtbar machen.
Fehlerhafte IPv6-Verbindung
Ist IPv6 nur teilweise funktionsfähig, fällt der Browser möglicherweise auf IPv4 zurück. Das Ergebnis wechselt dann scheinbar ohne Änderung am Vertrag.
Mehrere Internetzugänge
Router mit Fallback, Hybrid oder Multi-WAN können Verkehr je nach Protokoll und Auslastung über verschiedene Anschlüsse verteilen.
VPN, IPv6-Leak und Split-Tunnel: was ein Unterschied bedeuten kann
Ein klassischer Warnfall sieht so aus:
IPv4: VPN- oder Rechenzentrumsnetz
IPv6: normaler Festnetzanbieter
Dann könnte IPv6 außerhalb des Tunnels laufen. Das wird oft als IPv6-Leak bezeichnet. Umgekehrt kann ein Unterschied bewusst eingerichtet sein, etwa bei Split-Tunneling oder einer Unternehmenslösung.
Ein zweiter möglicher Fall:
IPv4: normaler Anbieter
IPv6: nicht erreichbar
Das kann ein reiner IPv4-Anschluss sein, eine deaktivierte IPv6-Funktion oder ein Problem in Router, Betriebssystem oder VPN. Aus einem einzelnen Seitenaufruf lässt sich die Ursache nicht vollständig beweisen.
Ein abweichender Anbieter ist ein Diagnosehinweis, kein direkter Beweis für ein Sicherheitsleck.
So prüfen Sie beide Wege möglichst sauber
- VPN, Proxy und Firmenprofile nur dann kurz deaktivieren, wenn das auf Ihrem Gerät erlaubt und sicher ist.
- Router und Gerät auf aktiviertes IPv6 prüfen.
- Die Startseite mehrmals neu laden und notieren, welche IP-Version tatsächlich verwendet wird.
- Router-Oberfläche auf getrennte IPv4- und IPv6-Adressen beziehungsweise DS-Lite-Hinweise prüfen.
- Bei dauerhaft abweichenden Netzen den VPN-Anbieter oder Internetprovider kontaktieren.
Für eine wirklich erzwungene Gegenüberstellung braucht es getrennte Testendpunkte. Bis dahin bleibt die auf dieser Seite angezeigte IP-Version eine ehrliche Momentaufnahme des konkreten Aufrufs.
Wann ist das Ergebnis unauffällig – und wann lohnt eine Prüfung?
| Beobachtung | Wahrscheinliche Einordnung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| IPv4 und IPv6 zeigen denselben Betreiber | normaler Dual-Stack- oder DS-Lite-Anschluss | meist kein Handlungsbedarf |
| Nur IPv4 sichtbar | IPv4-only, deaktiviertes IPv6 oder Rückfall | Router- und Betriebssystemeinstellungen prüfen |
| Nur IPv6 sichtbar | IPv6-basierter Anschluss mit Übergangstechnik möglich | IPv4-Erreichbarkeit separat testen |
| VPN bei IPv4, normaler ISP bei IPv6 | Split-Tunnel oder möglicher IPv6-Leak | VPN-Konfiguration kontrollieren |
| zwei völlig verschiedene Betreiber ohne VPN | Hybrid, Firmenrouting oder ungewöhnliche Netzkonfiguration | Router beziehungsweise Administrator prüfen |
Fazit: Die verwendete IP-Version ist nur ein erster Hinweis
Der aktuelle Aufruf zeigt, ob er über IPv4 oder IPv6 ankam und welchem technischen Netz diese Adresse zugeordnet ist. Für einen vollständigen Vergleich müssen beide Wege getrennt betrachtet werden. Besonders interessant sind Unterschiede bei VPN, Firmenanschlüssen und Hybridlösungen.
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